Autor: Florian Kuß

Psychotherapie: das heilende Gespräch

Wenn eine gesetzliche Krankenkasse mit viel Aufwand ihre App propagiert, mit der seelisch Erkrankte via Internet Hilfe erhalten können sollen, so begegne ich dem mit größter Skepsis. Prinzipiell ist nichts dagegen einzuwenden, dass neue Wege gesucht werden, den vielen Ratsuchenden eine „erste Hilfe“ anzubieten. Doch sollte unbedingt klar gesagt werden, dass es lediglich eine Orientierungshilfe sein kann, und es viel Leid ersparen würde, wenn auch die gesetzlichen Krankenkassen ihren Kunden mit Hilfe des Erstattungsverfahrens eine Psychotherapie ermöglichen würde. Es gibt viele approbierte Therapeuten, die fachlich dazu berechtigt wären, jedoch nicht zugelassen sind mangels eines Kassensitzes.

Stress und seine komplexen Zusammenhänge

Häufige banale Infekte und chronische Unterleibsschmerzen Eine systemische Psychosomatik bleibt nicht bei einem linearen Verständnis von Krankheit stehen.[1] Sie untersucht die Dynamik des Beziehungssystems, innerhalb dessen ein Mensch zum Patienten wird. Daraus ergeben sich interessante Interventionsmöglichkeiten, um auf die Entwicklung und Verarbeitung der Krankheit positiv einzuwirken. Die Fokussierung auf die Identitäten, den permanenten Anpassungsprozess an Veränderungen und das Entwickeln von adäquaten Rollenverständnissen eröffnet uns neue Perspektiven. Die Stärkung des intimen Dialogs stellt dabei eine herausragende Intervention dar, die vor allem die Ressource der Paardynamik nutzt und langfristige Wirkung erzielen kann.

Chronischer Schmerz – eine Herausforderung

…für den Patienten und den Psychosomatiker Schmerzen werden individuell erlitten und erfahren. Es gibt nach wie vor keine naturwissenschaftliche abgesicherte Methode, die Intensität eines Schmerzes zu definieren. Zu Beginn eines Schmerzerlebens lassen sich sehr oft körperliche Ursachen beschreiben: Ein Unfall, der mit Verletzungen des Skelettsystems, der Muskulatur oder zumindest auch Haut einhergegangen ist, Verbrennungen und Verletzungen, schmerzhafte organische Erkrankungen wie Koliken und vieles mehr. Sind die Auswirkungen körperlicher Ursache abgeklungen, bestehen vielfach die Schmerzen jedoch weiter. Vielfältigste schmerztherapeutische Interventionen verschaffen Linderung.

Wo Krieg zerstört hat, wird der Boden für Frieden bereitet

Fortsetzung zu „Der Beitrag der Kunst zur unverzichtbaren Erinnerungskultur“ 1949 – 52 wurden die Ehrenfriedhöfe in Vossenack und Hürtgenwald angelegt. Insgesamt 5.348 Leichname von überwiegend jungen Soldaten, die in einer der größten Schlachten auf deutschem Gebiet während des zweiten Weltkrieges zwischen September 1944 und Februar 1945 gefallen sind, wurden hier würdevoll zur letzten Ruhe gebettet.

Der Beitrag der Kunst zur unverzichtbaren Erinnerungskultur

Fortsetzung zu „Wie die Resilienz der Traumaopfer durch Anerkennen und Mahnen stärken kann“ Kunst wider das Vergessen Für den traumatisierten Menschen von herausragender Bedeutung sind Anerkennung, Anteilnahme, Respekt und Ehrung, die von den Mitmenschen zuteilwerden. Das ist auch für Angehörige der Opfer wichtig, hilft ihr Leid zu verschmerzen und sich weniger Hass- und Rachegefühlen auszuliefern. Der betroffene Mensch erlebt sich als Opfer akzeptiert und respektiert. Es bedarf keiner weiteren Begründung, um sein subjektives Leid zu recht so zu erleben. – Dies gelingt zum Beispiel Menschen nicht, die sich am erlittenen Trauma schuldig fühlen, wie dies Opfer von sexuellen Übergriffen und Gewalt in der Familie oftmals gegen sich selbst richten und damit schuldhaft verarbeiten. –