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Darf es noch etwas sein?

Autor: Dr. Wolfgang Hagemann „Zwei Liter, mehr nicht – wer pro Woche mehr Bier trinkt, verkürzt sein Leben“. (AZ, Samstag, 14.04.2018) „Wer dauerhaft mehr als zwei Liter oder eine Flasche Wein pro Woche konsumiert, riskiert mehr Schlaganfälle, tödliche Aneurysmen und Herzversagen. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam nach der Analyse der Trinkgewohnheiten von 600.000 Menschen aus 19 Ländern, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg am Wochenende mitteilte. Bereits bei regelmäßigem Konsum von wöchentlich mehr als 100g reinen Alkohol steigt demnach die Gesamtsterblichkeit deutlich an“.

Angst und chronischer Schmerz

Autor: Dr. Wolfgang Hagemann „Der Mensch ist des Menschen beste Medizin“ (Paracelsus)   Schon in den Sechziger Jahren veröffentlichten Holmes und Rahe ihre Life-Event-Scala. Spannungssteigernde Stress auslösende Lebensereignisse in einer größeren Häufung steigern die Gefahr, zur Entwicklung einer psychosomatischen Erkrankung beizutragen bzw. ursächlich dafür zu sein. Auch wenn Schmerz meist körperliche Ursachen hat muss er seelisch verarbeitet werden. Übersteigt die individuelle Stressverarbeitungskapazität jedoch ein Limit, unterhält und verstärkt seelische Anspannung das Schmerzerleben durch erhöhte körperliche Anspannung.

Identitätsfindung durch Begegnung

Autor: Dr. Wolfgang Hagemann „Man sagt, man müsse die Kinder auf die digitale Welt vorbereiten. Es ist ein Imperativ, eine unbedingte Notwendigkeit. Niemand weiß genau, welchen Tribut der Digitalisierungswahn verlangt, wenn die Kinder die Schule mit 14 oder mit 18 Jahren verlassen. Keine empirische Studie kann eindeutig belegen, dass der Vorgang der Weltaneignung besser mit den Medien gelingt. … Bevor die Heranwachsenden es gelernt haben, mit all ihren Sinnen die Welt und sich selbst zu entdecken, werden ihre Erfahrungsmöglichkeiten digital verdunkelt. Das Gegenüber ist vielfach nicht die Wirklichkeit, sondern Virtualität. Die Identitätsstiftung durch Anteilnahme an der Vielfalt der sozialen und natürlichen Welt wird durch virtuellen Anreize eingeschränkt. Das individuelle Potential wird nicht ausgeschöpft, die Bildung der Kinder wird erschwert. Das digitale Geschehen trägt dazu bei, Welten vorzutäuschen, die niemals Wirklichkeit erlangen. Die Schärfung der Sinne kann sich nicht entfalten, wenn man von einem Ufer zum anderen gelangen kann, ohne eine Brücke zu überqueren.“ (Salman Ansari in Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 25.03.2018, S. 10)

Wege aus mangelnder Orientierung und Kontrolle über sein Leben

-eine Mehrgenerationenperspektive- Dr. Wolfgang Hagemann „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ (Martin Buber) Innere Orientierung abzusichern gelingt durch: Sich seines Selbstwertes bewusst zu werden und durch das Wissen, für die nächsten Angehörigen und Freunde wertvoll zu sein und geliebt zu werden Sich in seiner Ganzheit zu spüren, sich als vollständig zu erleben Auf all seine inneren Ressourcen, die in der Weisheit des familiären Systems und im unterstützenden sozialen Netz abgesichert werden, zurückgreifen zu können, Selbstvertrauen daraus abzuleiten, ein sicheres Wissen darüber zu haben, wie ich Menschen begegnen kann und Beziehung gestalten kann.

Psychotherapie: das heilende Gespräch

Wenn eine gesetzliche Krankenkasse mit viel Aufwand ihre App propagiert, mit der seelisch Erkrankte via Internet Hilfe erhalten können sollen, so begegne ich dem mit größter Skepsis. Prinzipiell ist nichts dagegen einzuwenden, dass neue Wege gesucht werden, den vielen Ratsuchenden eine „erste Hilfe“ anzubieten. Doch sollte unbedingt klar gesagt werden, dass es lediglich eine Orientierungshilfe sein kann, und es viel Leid ersparen würde, wenn auch die gesetzlichen Krankenkassen ihren Kunden mit Hilfe des Erstattungsverfahrens eine Psychotherapie ermöglichen würde. Es gibt viele approbierte Therapeuten, die fachlich dazu berechtigt wären, jedoch nicht zugelassen sind mangels eines Kassensitzes.